Algen im Teich entfernen: So besiegen Sie Fadenalgen & Co. dauerhaft

Autor: Michael Jäger

Veröffentlicht: 12.01.2026

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ursache bekämpfen: Hauptgrund für Algenmassenwachstum ist fast immer ein zu hoher Phosphatgehalt sowie ein Nährstoffüberschuss durch Laub oder Futter.  
  • Systematisches Vorgehen: Erfolgreiche Algenbekämpfung erfolgt in drei Schritten: Wasser stabilisieren, Algen vernichten und Nährstoffe binden (VVV-Verfahren).
  • Richtige Vorbereitung: Bevor Algenmittel wirken können, müssen pH-Wert und Karbonathärte (KH) stabilisiert werden, um Schäden an Fischen zu vermeiden.
  • Optimale Nachsorge: Nach der Bekämpfung muss Phosphat gebunden werden, da abgestorbene Algen sonst als Dünger für die nächste Plage dienen.

Warum Algen im Teich entstehen: Den Feind verstehen

Ein gewisses Maß an Algen ist in jedem Teich natürlich und dient Kleinstlebewesen sogar als Nahrungsgrundlage. Problematisch wird es jedoch, wenn äußere Einflüsse das Wachstum explodieren lassen.

 

Die Hauptursache für ein ungebremstes Algenwachstum ist fast immer ein Überangebot an Nährstoffen, speziell Phosphat. Diese Nährstoffe gelangen auf vielfältige Weise in Ihr Gewässer: durch herabfallendes Laub, Blütenpollen, Fischausscheidungen oder Reste von Fischfutter.

 

Neben den Nährstoffen spielt das Wetter eine entscheidende Rolle. Starke Sonneneinstrahlung in den Sommermonaten heizt die Algenblüte an. Gleichzeitig sorgt Regenwasser, welches keine Mineralien enthält, für eine Verdünnung der lebenswichtigen Karbonathärte.

 

Dies führt zu instabilen Wasserwerten, die den Algen Tür und Tor öffnen. Wenn Sie Algen im Teich entfernen wollen, müssen Sie verstehen, dass Sie nicht nur gegen die grüne Masse kämpfen, sondern gegen ein chemisches Ungleichgewicht.

Fadenalgen, Schwebealgen und Blaualgen

Nicht alle Algenarten verhalten sich gleich, und für eine effektive Algenvernichtung im Teich müssen Sie wissen, womit Sie es zu tun haben.

 

Im Gartenteich treten vor allem drei Gruppen auf, die unterschiedliche Probleme verursachen.

  • Fadenalgen: Diese Algen besitzen eine fadenartige Struktur und bilden oft dichte Teppiche oder Nester. Sie setzen sich bevorzugt an der Wasseroberfläche, am Teichgrund oder an Dekorationselementen und Steinen fest. Sie lassen sich zwar mechanisch teilweise entfernen, wachsen aber ohne Ursachenbekämpfung rasant nach.
  • Schwebealgen (Grünalgen): Diese mikroskopisch kleinen Algen färben das Wasser komplett grün und reduzieren die Sichttiefe enorm. Sie sind verantwortlich für das klassische "grüne Wasser", das den Blick auf die Fische versperrt.
  • Blaualgen (Cyanobakterien): Hierbei handelt es sich eigentlich um Bakterien, die oft als schmieriger, öliger Film auf der Wasseroberfläche erscheinen. Sie sind ein Indikator für massive Wasserprobleme und erfordern schnelles Handeln.

Hausmittel vs. Profi-Lösung: Hilft Natron gegen Algen im Teich?

Viele Teichbesitzer suchen nach "Algen im Teich Hausmittel" oder speziell nach Natron. Der Hintergrund ist chemisch nachvollziehbar: Natron (Natriumhydrogencarbonat) kann die Karbonathärte (KH) anheben.

 

Eine stabile Karbonathärte ist essenziell, da sie den pH-Wert puffert und Schwankungen im Säuregehalt verhindert.

 

Dennoch ist bei der reinen Verwendung von Hausmitteln Vorsicht geboten. Ein Teich ist ein komplexes Ökosystem, und falsche Dosierungen können den pH-Wert zu stark verändern.

 

Professionelle Produkte zur Wasserstabilisierung sind so konzipiert, dass sie nicht nur die Härte anheben, sondern auch Schwermetalle binden und Ammoniak neutralisieren, was einfaches Natron nicht leistet.

Tipp

Für die Sicherheit Ihrer Fische und Pflanzen empfiehlt sich daher der Griff zu abgestimmten Präparaten, die das Wasser biotopgerecht aufbereiten.

Die VVV-Methode: In 3 Schritten zum klaren Teich

Um Algen im Teich dauerhaft zu entfernen, hat sich in der Praxis das VVV-Verfahren bewährt: Vorbereiten, Vernichten, Vorbeugen. Dieses System stellt sicher, dass die Maßnahmen effektiv greifen und das Ökosystem geschont wird.

Schritt 1: Vorbereiten und Wasser stabilisieren

Bevor Sie ein Algenvernichtungsmittel einsetzen, müssen Sie das Fundament legen.

 

Instabile pH-Werte oder eine zu geringe Karbonathärte mindern die Wirksamkeit von Pflegemaßnahmen und stressen die Fische. 

 

Regenwasser verdünnt die Mineralien im Teich, was oft übersehen wird. Nutzen Sie ein Mittel zur Wasserstabilisierung (wie Teichvital), um pH- und KH-Werte zu korrigieren und die natürlichen Selbstreinigungskräfte zu aktivieren. 

 

Nur unter stabilen Bedingungen wirken Algenmittel zuverlässig und ohne Nebenwirkungen.

Schritt 2: Algen vernichten

Ist das Wasser stabilisiert, geht es an die akute Bekämpfung. Je nach Algenart kommen unterschiedliche Lösungen zum Einsatz:

 

  • Bei Fadenalgen hilft ein Spezialprodukt (z.B. Fadenalgenvernichter), das oft mit Aktivsauerstoff arbeitet und direkt auf die Algennester gestreut wird.  
  • Bei grünem Wasser (Schwebealgen) ist ein Universal-Algenvernichter oder ein Flockungsmittel wie Teichklar effektiver, welches Trübstoffe bindet, sodass diese vom Filter erfasst werden können. Die Wirkstoffe zersetzen die Algen nachhaltig und sorgen oft innerhalb kurzer Zeit für sichtbare Ergebnisse.

Schritt 3: Vorbeugen und Nährstoffe binden

Dies ist der wichtigste Schritt, der oft vergessen wird.

 

Wenn Algen absterben, zersetzen sie sich und geben das gespeicherte Phosphat wieder an das Wasser ab. Dieses Phosphat ist der Dünger für die nächste Algenblüte. Ein Teufelskreis beginnt.

 

Unterbrechen Sie diesen Kreislauf, indem Sie einen Phosphatbinder (wie Phosstop) einsetzen.

 

Dieser entzieht dem Wasser den Hauptnährstoff Phosphat und bindet ihn so, dass er sich nicht wieder lösen kann. So entziehen Sie neuen Algen buchstäblich die Nahrungsgrundlage.

Langfristige Algenentfernung: Die Rolle der Technik und Natur

Ergänzend zur chemischen Behandlung sollten Sie die Biologie Ihres Teiches unterstützen. Wasserpflanzen wie Rohrkolben oder Schilf sind natürliche Nahrungskonkurrenten der Algen und entziehen dem Wasser Nährstoffe.

 

Setzen Sie zudem auf mikrobiologische Helfer: Starterbakterien unterstützen den Filter dabei, Schadstoffe wie Ammonium und Nitrit abzubauen.

 

Achten Sie auch auf den Teichgrund. Abgestorbene Pflanzenreste und Laub bilden dort eine Schlammschicht, die permanent Nährstoffe freisetzt. 

 

Ein Teichschlammentferner hilft hier, organischen Schlamm biologisch abzubauen, ohne dass Sie mechanisch saugen müssen.

Geduld und System führen zum Erfolg

Algen im Teich zu bekämpfen ist kein einmaliger Akt, sondern ein Prozess der Stabilisierung. Wenn Sie lediglich Algenmittel in den Teich kippen, ohne die Wasserwerte zu korrigieren oder das Phosphat zu binden, wird das Problem wiederkehren.

 

Folgen Sie stattdessen dem Dreiklang aus Stabilisieren, Vernichten und Binden. 

 

Messen Sie regelmäßig Ihre Werte und greifen Sie im Herbst und Frühjahr präventiv ein, um Nährstoffdepots gar nicht erst entstehen zu lassen.