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Teichpflege im Frühjahr in 7 Schritten

Autor: Michael Jäger

Veröffentlicht: 17.11.2025

Warum Teichpflege im Frühjahr so wichtig ist

Über Herbst und Winter sammelt sich im Teich viel Belastung: Laub, abgestorbene Pflanzenteile, Fischausscheidungen und Pollen sinken zu Boden und bilden eine dicke Schlammschicht. Gleichzeitig werden Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat nicht mehr von Wasserpflanzen verbraucht, weil diese ruhen oder absterben.

 

Wenn im Frühjahr die Sonne wieder Kraft bekommt, starten die Algen als erstes durch: Sie nutzen die frei verfügbaren Nährstoffe. Das Wasser wird grün oder trüb, noch bevor die Wasserpflanzen richtig wachsen. Genau deshalb ist Teichpflege im Frühjahr der Schlüssel, um Algenblüten und „Umkippen“ des Teiches im Sommer zu verhindern.

 

Gleichzeitig werden Ihre Fische nach der Winterruhe wieder aktiv und brauchen stabiles Wasser (pH, Karbonathärte, Sauerstoff), um gesund in die Saison zu starten.

 

Tipp: Nutzen Sie unseren Teichvital, um die Wasserwerte zuverlässig zu stabilisieren.

Der richtige Zeitpunkt für die Teichpflege im Frühjahr

Wir empfehlen den frühen bis mittleren Frühling, häufig ab Anfang April, sobald der Frost vorbei ist und die Wassertemperatur dauerhaft etwa 10–12 °C erreicht.

  • Zu früh (eisiges Wasser, Dauerfrost): Fische und Mikroorganismen sind noch stark heruntergefahren, massive Eingriffe bedeuten Stress.
  • Optimal: Milde Tage, keine geschlossene Eisdecke mehr, Wasser um 10–12 °C, erste leichte Aktivität von Fischen und Pflanzen.
     

Bonus-Tipp

Beginnen Sie mit leichten Maßnahmen (Uferbereich, grobe Reinigung), sobald es frostfrei ist. Intensivere Eingriffe wie technischer Check, Schlammabbau und Algenbehandlung folgen bei stabilen Plusgraden.

Schritt 1: Umgebung und Teichoberfläche in Ordnung bringen

Räumen Sie zunächst den Uferbereich auf: Schneiden Sie abgestorbene Stauden und Gräser zurück, entfernen Sie Laubnester zwischen Steinen und überprüfen Sie, ob Böschungen, Mauern und Teichfolie intakt sind. Achten Sie besonders auf Risse, lose Steine und verrutschte Folie am Rand – hier gehen später gerne Wasser und Nährstoffe verloren.

 

Mit einem feinmaschigen Kescher holen Sie schwimmende Pflanzenreste, Laub und grobe Algen von der Oberfläche. Gehen Sie lieber häufiger und dafür schonend über den Teich, als einmal hektisch mit großen Bewegungen alles aufzuwirbeln. Je weniger Sie den Bodenschlamm aufscheuchen, desto besser.

Schritt 2: Teichschlamm gezielt reduzieren statt „alles raus“

Schlamm ist einer der größten Nährstoffspeicher im Teich. Er besteht aus Laubresten, Pflanzenmaterial, Fischkot, Futterresten und feinen Partikeln. Im Frühjahr ist es deshalb ein Kernthema der Teichpflege, diesen Schlamm kontrolliert zu reduzieren.

 

Gehen Sie dabei mit Augenmaß vor. Ein dünner Film am Boden ist völlig normal und ökologisch sinnvoll. Dort leben unzählige Mikroorganismen. Problematisch wird es, wenn sich eine dicke, matschige Schicht gebildet hat.

 

So gehen Sie vor:

  1. Schlammtiefe einschätzen: Stecken Sie an ein bis zwei festen Stellen am Teichrand einen Holzstab oder eine dünne Stange senkrecht in den Boden, bis Sie auf festen Untergrund stoßen. Markieren Sie die Höhe der Schlammschicht mit einem wasserfesten Stift. Notieren Sie sich den Wert. So können Sie im nächsten Frühjahr vergleichen, ob Ihre Maßnahmen wirken.
  2. Mechanisch abtragen, aber mit Gefühl: Bei sehr dicker Schlammschicht lohnt sich der Einsatz eines Schlammsaugers oder vorsichtiges Abtragen mit Schale/Eimer. Arbeiten Sie in Etappen, um das biologische Gleichgewicht nicht komplett aus den Angeln zu heben.
  3. Biologischen Schlammabbau anstoßen: Nach der groben Reduktion empfiehlt sich ein gezielter Schlammabbau mit Sauerstoff- und Bakterienpräparaten. Diese bauen organisches Material im restlichen Bodensatz ab, ohne Tiere und Pflanzen zu stressen. Teichschlammentferner ansehen.

Machen Sie den „Geruchstest“. Riecht der Schlamm stark faulig oder nach „faulen Eiern“, ist das ein Zeichen für Sauerstoffmangel und Fäulnisprozesse. Dann sollten Sie konsequent reduzieren und die Sauerstoffversorgung verbessern (Luftheber, Sprudler, Wasserfall) und anschließend den Teichschlammentferner einsetzen.

Schritt 3: Wasserwerte prüfen und stabilisieren

Teichpflege im Frühjahr ohne Wasserwerte ist wie Autofahren ohne Tacho. Sie sehen vielleicht, dass das Wasser klar ist, aber Sie wissen nicht, wie stabil das System wirklich ist.

 

Wichtige Parameter sind:

  • pH-Wert: Ideal meist zwischen 7,0 und 8,0
  • Karbonathärte (KH): Stabilisiert den pH-Wert
  • Gesamthärte (GH): Mineraliengehalt (Calcium, Magnesium)
  • Nitrit / Ammonium: Schon in geringen Mengen kritisch für Fische
  • Nitrat / Phosphat: Hauptnährstoffe für Algen

Mit Tröpfchentests oder guten Teststreifen lassen sich diese Werte einfach kontrollieren. Messen Sie anfangs ruhig alle ein bis zwei Wochen, bis Sie ein Gefühl für Ihren Teich entwickelt haben.

 

Stellen Sie Abweichungen fest und reagieren Sie systematisch:

  • Bei sehr niedriger KH bauen Sie diese mit geeigneten Härtestabilisatoren auf, damit der pH-Wert nicht wild schwankt.
  • Hohe Nitrit- oder Ammoniumwerte deuten auf eine schwache Filterbiologie oder zu starke Belastung hin. Hier helfen Bakterienpräparate für Filter und Bodenzone.
  • Steigt Phosphat deutlich an, sollten Sie über einen Phosphatbinder nachdenken, damit Algen diese Nährstoffe nicht „weginhalieren“.

Bonus-Tipp

Führen Sie ein kleines „Teichtagebuch“. Notieren Sie einmal pro Monat pH, KH, GH, Nitrit, Nitrat, Phosphat, Wassertemperatur und Auffälligkeiten (Algen, Fische, Pflanzen). Nach ein bis zwei Saisons erkennen Sie Muster und können Probleme schon im Ansatz verhindern.

Schritt 4: Algen im Frühjahr mit Plan bekämpfen

Im Frühling schlagen Algen gerne zu, bevor die Wasserpflanzen richtig gewachsen sind. Typisch sind grünes Wasser (Schwebealgen) oder lange Fäden, die an Steinen, Folie und Pflanzen hängen.

 

Als Teichpfleger hat sich eine 3-stufige Strategie bewährt:

  1. Nährstoffe reduzieren
    Schlammabbau und Phosphatbindung haben Sie bereits angestoßen. Ohne Nährstoffe fehlt Algen die Grundlage.
  2. Algen mechanisch entfernen
    Fadenalgen wickeln Sie am besten vorsichtig mit einem Holzstab oder Rechen auf und holen sie im Ganzen heraus. So bringen Sie wenig Nährstoffe zurück ins Wasser. Grünes Wasser können Sie durch UVC-Technik und eine funktionierende Filterbiologie klären.
  3. Gezielt behandeln und dann vorbeugen
    Bei massivem Algenaufkommen kann eine abgestimmte Behandlung mit Algenmitteln sinnvoll sein, immer in Kombination mit guter Belüftung und nach Anleitung.
    Wichtig: Danach unbedingt weiter Phosphat binden und die Filterbiologie stärken, damit das Problem nicht sofort zurückkehrt.

Schritt 5: Filter, Pumpe und UVC-Anlage fit machen

Ihr Filtersystem ist im Frühjahr so etwas wie die „Klimaanlage“ des Teiches. Ohne Wartung läuft es ineffizient oder gar nicht.

 

Reinigen Sie zunächst die Pumpe. Entfernen Sie Blätter, Algen und Ablagerungen von Ansaugkörben und Laufrad. Prüfen Sie Schläuche auf Risse und Knicke. Anschließend nehmen Sie den Filter auseinander: Spülen Sie Filtermatten und -medien mit Teichwasser (nicht mit heißem Leitungswasser), damit nützliche Bakterien überleben. Extrem zugesetzte Medien dürfen ersetzt werden.

 

Nach der Reinigung sollten Sie die Filterbiologie aktiv anschieben. Spezielle Starterbakterien helfen, Nitrit und Ammonium schneller abzubauen und den Filter „einzufahren“.

 

Kontrollieren Sie auch Ihre UVC-Anlage. Leuchtmittel haben eine begrenzte Betriebsdauer; auch wenn die Lampe noch leuchtet, kann die Wirkung deutlich nachgelassen haben. Quarzglas vorsichtig von Belägen befreien, damit das UV-Licht ungehindert wirken kann.

Bonus-Tipp

Bauen Sie vor dem Filtereinlauf eine kleine „Vorfangzone“, z. B. ein grobes Filterkörbchen oder einige Filterbürsten. Viel grober Schmutz bleibt dort hängen und verstopft nicht sofort das eigentliche Filtermaterial. So verlängern Sie die Intervalle zwischen den großen Reinigungen.

Schritt 6: Teichpflanzen schneiden, teilen und gezielt einsetzen

Pflanzen sind Ihre natürliche Konkurrenz für die Algen. Sie verbrauchen Nährstoffe, liefern Sauerstoff und sorgen für Schatten.

 

Im Rahmen der Teichpflege im Frühjahr schneiden Sie abgestorbene Halme und Blätter zurück, damit sie nicht weiter ins Wasser verrotten. Stark wuchernde Pflanzen, etwa Schilf oder Sumpfgräser, können Sie aufnehmen, teilen und erneut einsetzen. Das hält die Bestände vital und verhindert, dass der Teich langsam „zu wächst“.

 

Neue Wasserpflanzen setzen Sie idealerweise, wenn das Wasser bereits stabil wärmer ist. Nutzen Sie Pflanzkörbe und, falls nötig, spezielle Teicherde, nicht normale Blumenerde. Nährstoffreiche Blumenerde wäre ein Festessen für Algen.

Bonus-Tipp

Denken Sie in Zonen. Planen Sie für jede Tiefe (Sumpfzone, Flachwasser, Tiefwasser) gezielt ein paar „Arbeiterpflanzen“ ein, die gut wachsen und Nährstoffe ziehen. So entsteht eine abgestufte Pflanzenstruktur, die biologisch und optisch funktioniert.

Schritt 7: Fische im Frühjahr behutsam begleiten

Ihre Fische kommen aus einer langen Phase mit reduziertem Stoffwechsel. Teichpflege im Frühjahr bedeutet deshalb auch, sie nicht zu überfordern.

 

Beginnen Sie erst dann mit der Fütterung, wenn die Fische eindeutig aktiv sind und regelmäßig schwimmen. Starten Sie mit leicht verdaulichem Futter in kleinen Mengen. Futter, das länger herumliegt, verschlechtert die Wasserqualität und treibt Nitrit und Nitrat in die Höhe.

 

Beobachten Sie genau: Scheuern sich Fische an Steinen, stehen sie apathisch am Boden oder schnappen an der Oberfläche nach Luft, sind Wasserwerte oder Keimdruck oft die Ursache.

 

Dann sollten Sie sofort messen und, falls nötig, mit Wasserwechsel, Belüftung und bakterieller Unterstützung reagieren.

 

Nach größeren Eingriffen (z. B. starker Schlammreduktion oder Algenbehandlungen) gönnen Sie Ihren Fischen eine kurze „Futterpause“ von 1–2 Tagen. Das entlastet den Stoffwechsel und gibt dem System Zeit, sich neu zu sortieren.

Kompakte Checkliste: Teichpflege im Frühjahr

Zum Abschluss eine kurze Zusammenfassung, die Sie sich gerne abspeichern können:

  • Umgebung und Uferbereich aufräumen
  • Oberfläche von Laub und groben Algen befreien
  • Schlammtiefe prüfen und Schlamm gezielt reduzieren
  • Wasserwerte (pH, KH, GH, Nitrit, Nitrat, Phosphat) messen
  • Filter, Pumpe und UVC reinigen und prüfen
  • Filterbiologie mit Bakterienpräparaten starten
  • Algen mechanisch entfernen und, falls nötig, gezielt behandeln
  • Phosphat binden, um Nährstoffe zu entziehen
  • Teichpflanzen schneiden, teilen und neu einsetzen
  • Fische langsam anfüttern und Verhalten beobachten

Fazit: Teichpflege im Frühjahr lohnt sich doppelt

Wenn Sie die Teichpflege im Frühjahr konsequent und mit System angehen, profitieren Sie gleich doppelt: Sie vermeiden typische Probleme wie Algenexplosionen, trübes Wasser und überlastete Filter. Außerdem schaffen Sie die Basis für einen stabilen, lebendigen Teich, an dem Sie den ganzen Sommer Freude haben.