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Teichpflege im Sommer: So schützen Sie Wasserqualität und Tiere effektiv

Autor: Michael Jäger

Veröffentlicht: 30.11.2025

Das Wichtigste in Kürze

  • Sauerstoffmangel: Warmes Wasser bindet weniger Sauerstoff. Belüftung ist ab 22 °C Pflicht.
  • Gefahr durch Gewitter: Regenwasser ist "destilliert" und senkt die Karbonathärte. Ein pH-Sturz droht.
  • Algen-Explosion: Hohe Temperaturen und Licht fördern Algen. Nährstoffbindung ist jetzt entscheidend.
  • Fütterung: Bei Hitze leicht verdauliches Futter wählen, um das Wasser nicht zusätzlich zu belasten.

 

Der Sommer ist die schönste Zeit am Gartenteich. Doch während wir die Sonne genießen, leistet Ihr Biotop Schwerstarbeit. Hohe Temperaturen, starke Sonneneinstrahlung und sommerliche Gewittergüsse setzen das biologische Gleichgewicht unter extremen Stress.

 

Viele Teichbesitzer bemerken die Probleme erst, wenn die Fische an der Oberfläche nach Luft schnappen oder das Wasser "umkippt". In diesem Experten-Guide erfahren Sie, warum der Sommer chemisch gesehen die gefährlichste Jahreszeit für Ihren Teich ist und mit welchen gezielten Maßnahmen Sie für kristallklares, gesundes Wasser sorgen.

Warum der Sommer die härteste Prüfung für Ihr Biotop ist

Physikalisch gesehen ist der Sommer ein Drahtseilakt für jeden Teich. Das Hauptproblem ist der Sauerstoffgehalt. Es gilt eine einfache physikalische Regel: Je wärmer das Wasser, desto weniger Sauerstoff kann es speichern.

 

Während ein Teich bei 10 °C noch etwa 11 mg Sauerstoff pro Liter halten kann, sinkt dieser Wert bei 25 °C bereits dramatisch ab. Gleichzeitig läuft der Stoffwechsel Ihrer Fische auf Hochtouren und verbraucht mehr Sauerstoff.

 

Kommen nun Algen hinzu, wird es nachts kritisch: Algen produzieren zwar tagsüber Sauerstoff, verbrauchen ihn aber nachts selbst. In den frühen Morgenstunden droht dann der akute Sauerstoffmangel.

Bonus-Tipp

Messen Sie regelmäßig die Temperatur. Ab 22 °C sollten Sie aktiv belüften (z.B. durch Sprudelsteine oder Wasserspiele), besonders in der Nacht.

Prophylaxe beginnt im Frühjahr: Die "versteckte" Ursache für Sommeralgen

Wenn Sie jetzt im Hochsommer mit trübem, grünem Wasser kämpfen, liegt die Ursache oft Monate zurück. Im Frühjahr, wenn die Natur erwacht, steigen die Nährstoffwerte (Phosphate und Nitrate) im Wasser an.

 

Haben Sie im Frühling versäumt, diese Nährstoffe zu binden, finden Algen bei der jetzigen starken Sonneneinstrahlung einen "gedeckten Tisch" vor. Algenblüten sind die direkte Folge von zu viel Licht kombiniert mit überschüssigem Phosphat.

 

Was Sie jetzt tun können: Auch wenn der Frühling vorbei ist, müssen Sie die Nährstoffkette durchbrechen. Setzen Sie Phosphatbinder (wie Agualeve Phosstop) ein, um dem Wasser den "Algendünger" zu entziehen. Mechanische Entfernung von Fadenalgen hilft kurzfristig, aber nur die chemische Bindung der Nährstoffe löst das Problem nachhaltig.

Gefahr durch Sommergewitter: Wenn Regen das Wasser "weich" macht

Ein oft unterschätztes Risiko sind starke Sommergewitter. Viele Teichbesitzer freuen sich über das kostenlose Nachfüllen des Teiches durch Regen. Doch chemisch betrachtet ist Regenwasser fast wie destilliertes Wasser, es enthält kaum Mineralien.

 

Das Problem: Trifft viel weiches Regenwasser auf Ihren Teich, wird die sogenannte Karbonathärte (KH) verdünnt. Die KH ist jedoch die "Lebensversicherung" Ihres Teiches, da sie den pH-Wert puffert. Sinkt die KH zu stark ab (unter 5 °dH), verliert das Wasser seine Pufferkapazität. Der pH-Wert kann dann dramatisch schwanken (Säuresturz), was für Fische oft tödlich endet.

Wichtig

Kontrollieren Sie nach jedem starken Regenfall sofort die Karbonathärte. Stabilisieren Sie diese bei Bedarf mit Mineralien (z.B. Agualeve Teichvital), um den pH-Wert im neutralen Bereich zu halten.

Fütterung bei Hitze: Weniger ist mehr

Der Stoffwechsel von wechselwarmen Tieren wie Fischen ist direkt an die Wassertemperatur gekoppelt. Im Sommer sind sie sehr aktiv und hungrig. Doch Vorsicht: Bei Wassertemperaturen über 26 °C oder gar 30 °C geraten Fische in Stress. Die Verdauung belastet den Organismus zusätzlich und verbraucht viel Sauerstoff.

 

  • Unter 25 °C: Füttern Sie hochwertiges Sommerfutter für Wachstum und Farbe.
  • Über 26 °C: Reduzieren Sie die Futtermenge. Verwenden Sie leicht verdauliches Futter, das das Wasser nicht durch Ausscheidungen belastet.
  • Ab 30 °C: Stellen Sie die Fütterung fast vollständig ein, um das Wasser nicht mit Ammonium und Nitrit zu belasten, die bei hohen pH-Werten (typisch für Algenblüte am Nachmittag) noch giftiger wirken.

Algenmanagement in der Hochsaison

Ein paar Algen gehören zu einem funktionierenden Ökosystem dazu. Doch wenn Fadenalgen die Pflanzen überwuchern oder das Wasser zur "Erbsensuppe" wird (Schwebealgen), müssen Sie handeln.

  1. Analysieren: Prüfen Sie pH-Wert, KH und Phosphat.
  2. Vorbereiten: Sorgen Sie erst für stabile Wasserwerte (KH > 5 °dH), bevor Sie Algenmittel einsetzen. Viele Mittel wirken in instabilem Wasser schlechter oder stressen die Fische unnötig (Teichvital).
  3. Vernichten: Nutzen Sie bei massivem Befall spezielle Algenvernichter oder Teichklar für Trübungen.
  4. Vorbeugen: Denken Sie an den ersten Punkt: Binden Sie sofort das freiwerdende Phosphat der absterbenden Algen, sonst beginnt der Kreislauf in 4 Wochen von vorne (Phosstop).